3 Kommentare zu “Projekt ’17 – Ausgabe 9

  1. Christoph

    Hoi Daniel,

    einmal mehr ein sehr interessanter Video – diesmal zum Thema „Einspielen“. Vieles leuchtet ein und ich denke auch, dass man dem Einspielen etwas zu viel Gewicht beimisst.

    Dennoch stelle ich fest, dass ich die ersten 5 Minuten ein komplett andere „Spielperformance“ habe, als die darauffolgenden 60 bis 90 Minuten. Nicht immer, aber sehr oft stelle ich „uneingespielt“ fest, dass ich das hohe Register (C‘‘‘ und höher) völlig unproblematisch erreichen kann, obschon mein Tonumfang maximal bis ins a‘‘ geht. Dies zeigt mir, dass die Lippen oder der Körper die ersten Minuten in einem anderen, ja sogar in einem weit „spielfähigeren“ Zustand sind als nach 5 Minuten „Aufwärmen“.

    Es wäre natürlich schön den „Anfangszustand“ beibehalten zu können. Nun kommt aber das grosse ABER. Wenn ich die „vemeintliche“ Höhe in den ersten 5 Minuten ausreize, ist die Performance nachher stark reduziert und zwar sowohl in der Intonation und der Klangqualität. Umgekehrt bringt mir ein „vernünftiges“ 5-Minutiges Aufwärmen erst die Grundlage nachher 60 Minuten „durchzuhalten“.

    Ich denke es nicht nur das mentale Abrufen der Spieltechnik, sondern es sind tatsächlich die Lippen, welche sich in einem „Gleichgewichtszustand“ einfinden müssen. Insofern scheint mir das Einspielen kein Placebo Effekt zu sein, sondern zwingend für einen erfolgreichen Übungstag oder sogar einen Auftritt. Mag sein, dass ich etwas komplett falsch mache – aber auch mein Lehrer sieht diesbezüglich keinen „Korrekturpunkt“.

    Gruss

    Christoph

    • Ja, ich denke auch, dass das anfängliche Ausbalancieren der beteiligten Elemente sinnvoll ist. Ich bin da ja auch sehr pragmatisch: wenn es gut funktioniert, dann besser beibehalten. ;-)

  2. Cristina

    Ich mache die Erfahrung, dass das Aufwärmen/Einspielen ein Aktivieren der Aufmerksamkeit und der erhöhte Wahrnehmung unterstützt, die ich brauche, um die nötigen Körperfunktionen beim Singen und Spielen frei arbeiten zu lassen, und somit das Kompensieren von fehlenden Funktionen durch Druck, Pressen, Verkrampfen, ua immer mehr erkennen und vermeiden kann.

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