Der richtige Ansatz beim Trompetespielen

Zum Thema Trompetenansatz gibt es kontroverse Diskussionen. Es gibt so viele individuelle Ansatzvarianten, wie Sand am Meer. Dabei sieht kein Ansatz aus, wie ein anderer. Daher stellt sich die Frage, was denn jetzt die Kriterien für einen guten Ansatz sind.

Der richtige Ansatz

Der für dich genau richtige Ansatz wird sich schon entwickeln, und zwar ohne dass hierfür dein bewusstes Zutun nötig wäre. Wichtig zu wissen: aus jahrelanger Unterrichtserfahrung kann ich folgendes sicher sagen: ALLES andere ist wichtiger als die Lippen, denn sie reagieren letzlich “nur” auf das, was davor geschehen ist…

Es gibt allerdings eine Regel zu beachten. Nur eine einzige Ansatz-Regel! Mehr nicht. Und wenn du diese Ansatz-Regel nicht beachtest, hast du einen Berg von Problemen, wie

  • du kannst die Tonhöhe kaum konstant halten (der Ton “eiert”)
  • die Klangqualität ist manchmal gut und meistens schlecht – und du hast darüber keine Kontrolle und kannst sie auch niemals kriegen
  • du hast keine Ausdauer
  • gute Intonation wird schwierig bis unmöglich
  • Flexibilität beim Wechsel hoch/tief: Fehlanzeige

Da du das alles vermutlich nicht willst, erzähle ich dir jetzt, worauf genau du achten musst

Trompetenansatz: die entscheidende Regel

Der obere und untere Rand des Mundstücks darf nicht im roten der Lippe sein.

Das war’s schon. Das ist das ganze Ansatz-“Geheimnis” :-)

Hier habe ich noch ein Bild, auf dem deutlich wird, was das bedeutet:

trompetenansatz

Am besten achtest du darauf, dass du das von Anfang an richtig machst, denn Ansatz umstellen bedeutet ziemlich viel Arbeit. Daher wird ein kompetenter Trompetenlehrer darauf achten, dass diese Regel eingehalten wird. Für meinen Anfängerkurs gilt das natürlich auch.

13 Kommentare zu “Der richtige Ansatz beim Trompetespielen

  1. Lieber Daniel,
    Deinen Artikel zum richtigen Ansatz nehme ich gerne zum Anlass, auch Dir einen Kommentar zu hinterlassen! :-)
    Es kommen leider immer noch zu viele Trompetenschüler zu mir, die nur zufällig einen richtigen Ansatz haben. Andere platzieren oder setzen ein. Leider ist das Wissen über den richtigen Ansatz immer noch nicht verbreitet. Das finde ich ärgerlich. Wieso machen sich Kollegen darüber keine Gedanken oder informieren sich? Möglichkeiten an Wissen zu kommen ist heute doch ziemlich einfach!
    Gut, dass Du schreibst, dass der Ansatz kein Mysterium ist, sondern nur aus einer Regel besteht! Das ist so einfach wie genial! :-)
    Danke dafür!
    Weitere Kommentare folgen!
    LG, Ralf

    • Danke für deinen Kommentar. :-)

      Ich habe einige emails zum Thema bekommen. Das Thema scheint aus mir unverständlichen Gründen hauptsächlich emotional, weil “dogmatisch” betrachtet zu werden – statt sachlich neutral. Es gibt so viele Ansatzvarianten, wie Sand am Meer. Fast scheint es, dass man nichts zim Thema sagen kann, ohne dass sich jemand persönlich beleidigt/kritisiert/verletzt fühlt. ;-) Über jene eine Regel sind sich aber bisher alle einig (auch wenn viele leider nicht darauf achten, wie du richtigerweise schreibst).

      Worüber anscheinend große Kontroversen bestehen, ist, was die ganzen Gesichtsmuskeln machen (sollten), was überhaupt die Rolle der Lippen ist, ob und wie man das trainieren kann/soll oder lieber doch nicht… Ich sehe das so, dass die Lippen lediglich reagieren, auf alles was davor geschieht (Luftdruck- und menge, Intention, Klangvorstellung, usw) und dass man dazu bewusst nichts zu tun braucht, denn das kann dein Organismus alleine regeln. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Rahmen stimmt und dieser wird durch die simple Ansatzregel sichergestellt. So einfach? So einfach!

      Herzlicher Gruß,
      Daniel

  2. Gerne :-)

    Ich denke, die Emotionalität rührt daher, dass nicht genau definiert wird, was exakt der Ansatz ist. Genauso schwammig sind die Themen Stütze oder Aufgabe der Zunge.

    Du erklärst vollkommen richtig, dass die Lippen passiv sind: sie werden zum Schwingen angeregt. Alle anderen Komponenten, die zeitlich vor dem Schwingen der Lippen geschehen, sind aktiv.

    Dass das Wissen über den Ansatz, das Akive Ein- und Ausatmen, die Aufgabe der Zunge etc. bei vielen Blechbläsern leider noch nicht existiert, zeigte erst der von mir vor kurzem gehaltene Blechbläserkurs bei einem Posaunenchor: einer der Teilnehmer fragte sich, wieso er diese Informationen nicht schon vor 20 Jahren hatte…

    Es gibt noch viel zu tun! Bleiben wir dran! :-)

    LG, Ralf

    P.S. Das neue Design Deiner Homepage gefällt mir sehr! ;-)

  3. Pingback: Warum du nicht hoch spielen kannst! ⁞ Trompete Spielen Lernen

  4. Jeff Smiley beschreibt auf S. 78 in seinem Buch einen Aspekt, der sonst anscheinend oft unter den Tisch fällt: “Protruding Top Lip”. Es kommt vor, (nicht ganz selten, laut Smiley ca. bei 25 % der Spieler, mehr oder weniger ausgeprägt), dass es in der Mitte der Oberlippe einen Bereich gibt, der auch bei 100% Anspannung der Lippen locker bleibt.

    Wenn zu viel unkontrollierbares Gewebe am Schwingungsprozess innerhalb des Mundstücks beteiligt ist, führt das logischerweise zu suboptimalen Ergebnissen. Smiley: “They never develop any stamina, volume, or fullness of tone. No matter how hard they try, it’s ultimately a dead-end street.”

    Es gibt mindestens zwei Wege das Problem zu kompensieren, und den Anteil von kontrollierbarem Lippengewebe im Mundstück zu erhöhen
    a) die naheliegende, aber falsche Maßnahme: Mundstück weiter unten ansetzen
    b) die oft übersehene Maßnahme: Mundstück/Ansatz etwas auf die Seite verschieben.

    • Karl Hübben

      Habe ich gerade erst gesehen, stimmt, dieses Erscheinungsbild, man könnte auch sagen Phänomen, der “vorspringenden Oberlippe” wird selten erwähnt in Trompetenlehrerkreisen, Jeff Smiley ist da eine Ausnahme. Seine Lösung, komplett eingerollte Lippen, ist aber auch nicht für Alle geeignet. Ich habe auch diesen weichen Fleischbuckel in der Mitte der Oberlippe, damit ist es ziemlich schwierig den üblichen Schulbuchansatz anzuwenden. Um die schwingende “Lippenmasse” der Oberlippe einigermaßen gering zu halten, ist ein sehr tiefes Ansetzen die einzige Möglichkeit (ich kann natürlich nur ,nach vielem Herumprobieren, meine Situation schildern ) , ich ziehe sogar die Oberlippe etwas hoch mit dem Mundstückrand, der Druck lastet jedoch damit auf der starken Lippenmuskulatur und nicht im weichen Lippenrot, der obere äussere Rand des Mundstücks ist allerdings nur knapp ausserhalb des Lippenrots. Ich denke, das man dies “Plazieren” nennt, würde mich interessieren ob das stimmt, bzw die genaue Definition dieses Begriffs! Ich hatte an anderer Stelle hier schon einmal erwähnt, dass ich wegen dieser Lippenstruktur nur mit tieferen Kesseln spielen kann, allerdings dürfen die Durchmesser eher kleiner sein. Etwas seitlich setze ich wegen meiner nicht gerade idealen Zahnstellung auch noch an. Alles in Allem wäre also Keyboard das richtige Instrument für mich……! Aber,…..Ausdauer ist ganz gut, auch nach zwei Stunden strammer Einzelprobe gehen noch immer satte Töne um das C3 herum. Das tiefe und mittlere Register fällt aber deutlich leichter als das hohe…..! Vor allem leise hohe Töne kommen nicht wirklich sicher! Ich wende, nach meiner Meinung, relativ wenig Mundstückdruck an, zumindest schmerzt da nichts beim oder nach dem Spielen, es gibt einen hellen Abdruck auf dem Lippenrot, der verschwindet aber sofort nach dem Absetzen! Vielleicht gibt es ja hier noch mehr Trompeter die eine ähnliche Lippensituation haben und ihre Erfahrungen schildern wollen. Auch die Meinung des Trompetenlehrers würde mich interessieren.

      Gruß und Respekt für die interessante und gut gemachte Website

      Karl

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  6. Ist es ein Problem wenn der Ansatz horizontal verschoben ist, allerdings nur bei der Unterlippe.

    Beim Spielen sitzt das Mundstück wunderbar mittig. Nimmt mein Sohn dann die Trompete von der Lipper weg, sieht man den verschobenen Abdruck des Mundstücks. Bei der Unterlippe nach rechts. Oberlippe mittig. Ich habe den Verdacht, dass er durch dieses seitlich ziehen viel Kraft vergeudet?

    • Wirklich genau in der Mitte setzt kaum jemand an, solange er nicht den Kiefer verschiebt ist alles im grünen Bereich.

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