Praxistipp: Abrufbarkeit auf der Bühne steigern

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Das normale Üben zu Hause und das Spielen beim Konzert sind in ihrem Wesen grundverschieden. Wer sich dieser wichtigen Unterscheidung nicht bewusst ist, wird auf der Bühne oft Probleme haben, das Geübte abzurufen. Grund genug hier einmal genauer hinzuschauen.

Das normale Üben

Wenn man sich ein Stück erarbeitet, ist es sehr sinnvoll und zielführend

  • kurze Abschnitte
  • sehr langsam und genau
  • und mit vielen Wiederholungen

zu üben. Durch diese Vorgehensweise prägt man sich viele gelungene Versionen ein – gut für die Abrufbarkeit später.

Das Gegenteil wäre, das Stück irgendwie “durchzunudeln”, eine mißlungene Stelle noch achtmal zu probieren und wenn es beim neunten Mal dann endlich klappt, ist man zufrieden und glaubt, man beherrsche diese Stelle jetzt.

Weit gefehlt! Da man nicht “nicht üben” kann, hat man in einem Verhältnis von 8:1 misslungene Versionen trainiert. Du darfst drei Mal raten, wie hoch bei dieser Methode die Wahrscheinlichkeit ist, dass ausgerechnet die eine, zufällig (?) richtige Version dann im Konzert abgerufen wird.

Offensichtlich sehr gering. Daher ist die zuerst beschriebene gründliche Version der “Durchnudel-Version” vorzuziehen. Wer hier aber stehen bleibt, lässt viel Potenzial auf dem Tisch liegen…

Durchspielen üben

Denn auf der Bühne spielt man ja keine kleinen Abschnitte – langsam und bewusst – sondern spielt das Stück von links oben bis zum Schlußstrich durch und hat keine Gelegenheit eine Stelle hinterher noch einmal zu korrigieren. Deswegen ist die Herangehensweise hier eine völlig andere als beim Üben.

Nehmen wir als Vergleich den Aufschlag beim Tennis: hier muss der Bewegungsablauf vorher (!) absolut klar sein, denn wenn der Ball erst einmal unterwegs ist, hat man keine Möglichkeit mehr zu korrigieren. Während man also beim normalen Üben bewusst auf mögliche Fehler oder Ungenauigkeiten achtet und versucht, diese beim nächsten Mal zu korrigieren, seine Interpretation des Stückes nach und nach weiterentwickelt etc., funktioniert das beim Konzert nicht mehr.

Denn hier muss, wie beim Tennis, das Denken, also der „Handlungsplan“, vorher glasklar sein, damit gleich beim ersten Mal die bestmögliche Version erklingt – denn schließlich gibt es keinen zweiten Versuch.

Mache dir also diesen Unterschied in der Herangehensweise bewusst, und übe auch (!) das Durchspielen der Stücke, damit du auch das Mindset trainierst, welches du für den Auftritt brauchst.

Konzertsimulation

Um die Abrufbarkeit dann noch einmal deutlich zu steigern, sind u.a. Konzertsimulationen ein bewährtes Mittel. Wie man das am besten macht und über meine Erfahrungen damit, berichte ich in meinem Buch, an dem ich gerade arbeite:

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  1. finde das Schlüsselwort “glasklar” super. Hilfreicher Artikel. Andere Aspekte sind schnelles Spiel und Rhythmus emfpinden. Ich sehe oft, das die beiden leiden, wenn Schüler üben.

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