Mindset beim Trompete spielen

© Bild: sbtlneet – pixabay.com

Das “innere Spiel” des Trompetespielens findet gerne nur am Rande Beachtung. Es geht um den Kopf, um die mentale Einstellung zum Spiel. Kein Mensch interessiert sich dafür, bis man dann auf der Bühne steht. In diesem Blog möchte ich zwei Ideen dazu vorstellen.

Es  ist eine gute Idee sich schon beim Üben damit zu beschäftigen. Die Idee ist, eine Art Ritual vor dem Beginn des Stückes oder der Übung durchzuführen. Dabei geht man im Geiste verschiedene wichtige Aspekte durch, wie zum Beispiel

  • den allgemeinen SelbstGebrauch
  • die innere Vorstellung des Stückes
  • Luft als Mittel zur Klangerzeugung
  • usw.

Das verbessert erstens sowieso das Spiel und zweitens hat man dieses Ritual verfügbar, wenn sich dann auf der Bühne die Gedanken unbedingt mit der Meinung der Anderen beschäftigen zu müssen glauben.

Man trainiert also, bewusst bei der Sache zu sein, seine Gedanken auf die Musik zu fokussieren. Das kann man nicht einfach mal eben – auch das muss eingeübt werden. Im Konzert kann man seine Aufmerksamkeit auf die Situation, dass Publikum, die Mitspieler usw. ausdehnen – im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit bleibt aber weiterhin das eigene Spiel.

Zum Mindset gehört auch unbedingt der Aspekt des aktiven Musizierens:

„Hau die Dinger raus“

…so sagte mir mein früherer Trompetenlehrer gerne. er war allergisch gegenüber vorsichtigem Spiel, denn zu hoffen, dass man den Ton treffen wird, ist keine gute Strategie. So bringt vorsichtiges Spiel bestenfalls Mittelmaß hervor, nie aber einen vollen, kernigen Klang. Dazu braucht es eine offensive Einstellung, dass man sich also traut seine Musik nach aussen zu tragen. Dass man das Risiko eingeht, auch mal den einen oder anderen zu versemmeln.

Mein Lehrer sagte immer, man müsse mit vollem Risiko spielen und bemühte gerne den Vergleich mit einem Aufschlag beim Tennis: „Entweder es wird ein Ass, oder der Ball geht ins Netz. Wenn auf Nummer sicher spielst, haut der Gegner dir den Ball um die Ohren, da hast Du keine Chance mehr.“ Oder wie Harald Juhnke es ausdrückte: „Barfuß oder Lackschuh.” ;-)

P.S. Arbeite mit mir an deinem MindSet und verbessere dein Spiel.

1 Kommentar zu “Mindset beim Trompete spielen

  1. „Hau die Dinger raus“; so oder ähnlich hat mir mein früherer Lehrer auch geraten. Als Kind war ich extrem schüchtern und ängstlich. Dieser Rat hat mir nicht nur beim Trompetespielen geholfen, sondern auch in der Schule, beim Studium und im Beruf (bin Dipl.-Ing, immerhin!). Gerade in meinem Beruf ist es oft so dass derjenige der Unsicherheit zeigt untergeht. Alle Herausforderungen annehmen und offensiv verfolgen! Lieber mal jemanden fragen als Mist zu bauen! Auf erfahrene Kollegen hören! Alle notwendigen Werkzeuge (PC, CAD/CAM, CIM, FEM usw.) lernen und nutzen! Nie mit lernen aufhören!

    Das lässt sich alles auch auf das musizieren mit der Trompete übertragen: Nehmt die Herausforderungen an! Haut die Dinger raus!

    Gruß Reinhard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.