Erlaubnis zu Spielen

Richtig oder “gut” spielen, Erwartungen und Konventionen erfüllen, Anerkennung gewinnen und Kritik vermeiden wollen. Ja, es gibt viele Möglichkeiten sich einzuschränken und den eigenen Ausdruck zu begrenzen.

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Spielen dürfen

Du kennst vielleicht das berühmte Zitat von Charlie Parker, sinngemäß übersetzt:

“Begreife die Musik, meistere dein Instrument und dann vergiß den ganzen Mist und spiele einfach!”

Und ja, die Reihenfolge ist wichtig:

  • Wer keine innere Vorstellung von der Musik hat, wird sie auch nicht spielen können, denn die Vorstellung ruft die Spielbewegungen hervor.
  • Wer die Spieltechnik nicht beherrscht, wird die Musik, die er sich vorstellt nicht verwirklichen können.

Interessanterweise hat der letzte Punkt – vergiß das alles und spiele einfach – sozusagen rückwirkend eine positive Wirkung auf die beiden erstgenannten. Wer sich nur/übermäßig damit beschäftigt, die Punktierung auf 4,3 Nanosekunden genau zu spielen, findet sich in engen Rahmen von richtig und falsch gefangen, was ihn letztlich blockiert. Wer sich beim Konzert noch in der Spieltechnik verhaftet bleibt, darauf achtet, wie er die Finger drückt oder die Zunge beim Anstoß bewegt, der verpasst letztlich die Musik.

Geschehen lassen

Natürlich ist es bereichernd, sich Musik und Technik in einem ausgewogenem Verhältnis zu widmen. Es geht aber noch weiter. Was die Überbetonung des einen oder anderen nämlich verbindet, ist das Bedürfnis nach Kontrolle. Wer kontrolliert, kann aber nicht geschehen lassen, kommt nicht in den “Flow”, wo es sich so anfühlt als würde man gespielt. Es ist jener Bereich, in dem man über sich hinauswachsen kann, kreativ, innovativ spielen kann. (Melde dich hier zum Newsletter von MusikerSkills.de an, um mehr über das Thema Flow zu erfahren.)

Du darfst!

Du brauchst niemanden fragen. Gib dir selbst die Erlaubnis.

  • Es ist deine Entscheidung, ob du die Stelle genau so spielst, wie “man” sie eben spielt.
  • Es ist deine Entscheidung ob du die Vorgabe erfüllst, eine Punktierung mathematisch absolut exakt zu spielen, oder bewusst gestaltete Abweichungen davon erlaubst.
  • Es ist deine Entscheidung, ob du die Einatmung so ausführst, dass sie dir das Lob des Lehrers einbringt, oder ob du die Natur ihr Werk selbst voll richten lässt.

Warte beim Musizieren nicht auf die Erlaubnis von jemand anderem, sondern biete erst mal etwas an. Im Ensemble kann man sich dann immer noch einigen. Im Orchester wird der Dirigent dich gegebenenfalls ausbremsen. Schränke dich nicht schon vorher im vorauseilenden Gehorsam ein.

Vergiss diesen “Mist”, gib dir selbst die Erlaubnis, und spiele einfach.

Dein Trompetenspiel grundlegend verbessern!

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